Elisabetta Fortunato im „Antico Caffè San Marco“, Trieste. Foto: privat

 

Kleine Auszeiten steigern unsere Kreativität. Aber wie geht Pause richtig? Nämlich so, dass wir auftanken, uns danach erholt und fit fühlen, unser Arbeitspensum mit frischer Kraft angehen?

Das möchte ich von meinen spannenden Gästen wissen.

 

 

Heute mit der Krimiautorin Elisabetta Fortunato

 

 

 

Liebe Elisabetta,

Kaffee oder Tee?

Naturalmente Espresso, schwarz und ohne Zucker! Den bereite ich mir ganz traditionell mit einer Bialetti zu, das Kaffeepulver kommt direkt von einer alten neapolitanischen Kaffeerösterei. Dazu esse ich immer gerne ein paar meiner selbstgebackenen Mandelbiscotti. Aber ich muss aufpassen! Mehr als 5 caffè am Tag und ich schlage nachts Purzelbäume auf dem Bett.

Was für ein Pausentyp bist du?

Ich gehöre zum Typ quirliges Äffchen, springe in den Pausen gerne von einem Gedankenast zum anderen. Ein perfekter Satz, eine geniale Idee und Kaffee und Biscotti sind vergessen. Aus diesem Grund findet man bei uns zu Hause an den unmöglichsten Orten halbvolle Kaffeetassen und angeknabberte Mandelkekse – sehr zum Leidwesen meiner Familie 😉

Welche Art von Pausen sind für dich am erholsamsten?

Ich bin ein großer Fan der südeuropäischen Siesta. Am frühen Nachmittag falle ich oft in ein komatöses Denktief und so habe ich mir angewöhnt, mich für ein Stündchen aufs Bett zu legen. Lesen, dösen oder einfach meine Bücher in den Regalen betrachten, herrlich! Danach bin ich mental erfrischt und kann bis in den späten Abend durchschreiben.

Wo entspannst du am besten?

Zu Hause! Vor langer Zeit besuchte mich meine Freundin in meiner neuen Wohnung. Sie schaute sich schweigend um und sagte dann trocken:  “Du wohnst in einer Bibliothek mit einem Bett.”

Das schönste Kompliment ever!

Sonst noch einen Trick zum Thema „Auftanken“ auf Lager?

Ich finde die Atmosphäre in italienischen Bars, französischen Patisserien oder Wiener Kaffees wahnsinnig entspannend. Meine Familie hat es sich zur Angewohnheit gemacht, mich in den gemeinsamen Ferien in einem netten Lokal zu „parken“ und dann ihr eigenes Program zu fahren. Ich kann da problemlos einen ganzen Tag verbringen – schreibend, denkend, beobachtend, hörend. Und natürlich essend und trinkend. Magischerweise sprechen nämlich die Törtchen in der Auslage immer zu mir …

Alle meine Uni-Prüfungen und wichtige Lebensentscheidungen sind mit ganz bestimmten Caffés verbunden. Das gilt auch für meinen ersten Kriminalroman. Diesen habe ich größtenteils im Iimori in Frankfurt und im Süßer Löwer in Seligenstadt geschrieben.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich problemlos über mehrere Tage nur von Espresso und Biscotti ernähren kann.

Welche Frage würdest du anderen gerne stellen?

Mein Lieblingscafé ist das “Antico Caffè San Marco” in Triest. Buchhandlung und Café in einem, hat es schon berühmte mitteleuropäischer Literaten wie Italo Svevo inspiriert. Gerne würde ich wissen, welches Lieblingscafé andere Autorinnen haben.

Vielen Dank!

Elisabetta Fortunato –  in Italien verwurzelt und in der Schweiz aufgewachsen, kam der Liebe wegen nach Frankfurt. Mit Hilfe von neapolitanischem Caffè, knusprigen Biscotti und süditalienischen Beschwörungsformeln trotzt sie seitdem tapfer den Widrigkeiten des deutschen Alltags.

“Die List der Schildkröte – Ein Fall für Giovanna Greifenstein” ist ihr Debüt – Krimi.

Mehr über Elisabetta auf ihrer Webseite